FORS COVID-19 Erhebungen

FORS leistet einen wichtigen Beitrag zur Beurteilung der Auswirkungen von COVID-19 auf die Schweizer Bevölkerung.
Die Forschenden bei FORS haben schnell auf die aussergewöhnliche Situation reagiert und Fragen zu COVID-19 in verschiedene von FORS durchgeführte Befragungen aufgenommen.
Nachstehend eine Auswahl der Befragungen mit Forschungsergebnissen und Daten rund um COVID-19.

MOSAiCH-ISSP

Um einen Beitrag zum Verständnis der Aus­wirkungen von Covid-19 auf die Gesell­schaft in der Schweiz zu leisten, wurden in MOSAiCH, Fragen zu Covid-19 und den damit ein­hergehenden Massnahmen aufgenommen. MOSAiCH ist eine jährlich stattfindende sozialwissenschaftliche Erhebung. Die Fra­gen beschäftigen sich mit den Themen Wohlbefinden, Arbeit, Vereinbarkeit Familie und Beruf sowie Politik. Zwischen Ende April und Ende Mai 2020 wurde der Onlinefragebogen von 1’937 Personen beantwortet, die in Privathaushalten in der Schweiz leben und mindestens 18 Jahre alt sind. Die Resultate wurden statistisch gewichtet, um eine bessere Repräsen­tativität für die Schweizer Bevölkerung zu erreichen. Die Personen werden im Herbst 2020 ein zweites und im Frühling 2021 ein drittes Mal befragt, um die Auswirkungen von Covid-19 längerfristig messen zu können.

Schweizer Haushalt-Panel

Das Schweizer Haushalt-Panel hat ebenfalls eine spezielle Welle zur Beurteilung der Lebensbedingungen während COVID-19 lanciert. Dank diesen Massnahmen bietet das SHP eine einmalige Gelegenheit, die Auswirkungen dieser Periode auf das tägliche Leben der Schweizer Bevölkerung zu beobachten. Die zusätzliche Welle konzentriert sich auf Wohlbefinden und Gesundheit, Veränderungen der Arbeits- und Finanzsituation, Zeiteinteilung, Familien- und Sozialleben. Die Umfrage wird derzeit vor Ort durchgeführt und hat, was die Rücklaufquoten betrifft, einen sehr erfolgreichen.

Die SHP-Daten der Corona-Welle werden demnächst veröffentlicht.

SHARE

SHARE is a survey on Health, Ageing and Retirement in Europe. In Switzerland, SHARE is run jointly by FORS and the University of Lausanne. At the request of the European Commission, a telephone survey investigating the impact of the pandemic among SHARE respondents was set up. The data collection was conducted in June and July. A first set of questions concerns the impact of the pandemic on physical and mental health issues, medical follow-up and compliance with health measures. A second aspect deals with the impact of the pandemic on employment, working conditions and the financial situation. And a final component investigates the impact of COVID-19 on social contacts and social support.

These data may be linked to other data collected in the framework of SHARE and will be made available to the scientific community at the beginning of 2021.

Selects

Die Schweizer Wahlstudie Selects untersucht seit 1995 das Wahlverhalten von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern bei eidgenössischen Wahlen. In der nächsten Selects-Panelwelle die am 28. September startet, gibt es einen Block zu COVID-19. Diese Daten werden Ende 2020/Mitte Januar 2021 veröffentlicht.

Die wichtigsten Resultate der COVID-19 MOSAiCH Erhebung, zusammengefasst in Faktenblätter

Wohlbefinden und Sorgen während dem Lockdown. Faktenblatt N°1

FORS Covid-19 Erhebungen, Faktenblatt N°1

Wohlbefinden und Sorgen während dem Lockdown
Autoren: Franziska Ehrler, Gian-Andrea Monsch, Stephanie Steinmetz.

Das vorliegende Faktenblatt präsentiert die Ergebnisse des Themenbereichs Wohlbefinden der FORS Covid-19 MOSAiCH Erhebung, die zwischen Ende April und Mai 2020 bei 1’937 Personen in der Schweiz durchgeführt wurde. In diesem Bereich wurde das Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit im Allgemeinen erhoben. Zudem wurde gefragt, wie zufrieden die Leute mit den verschiedenen Bereichen ihres Lebens (wie z.B. Familie oder finanzielle Situation) sind und inwiefern sie sich Sorgen machen um die Auswirkungen von Covid-19. Ein letzter Teil widmete sich Fragen zu sozialer und emotionaler Unterstützung sowie der sozialen Isolation.

Hauptresultate

  • Rund ein Fünftel der Befragten ist von einer Covid-19-Erkrankung im näheren Umfeld betroffen, sechs Prozent im eigenen Haushalt.
  • Das allgemeine Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit sind während dem Lockdown im Durchschnitt auf demselben Niveau wie vor der Covid-19 Pandemie.
  • Ein wesentlicher Teil der Bevölkerung macht sich grosse Sorgen um die Auswirkungen von Covid-19 auf ihr Um­feld und ihr Leben.
  • Die Sorgen um die Auswirkungen von Covid-19 auf die Gesundheit, das Sozial- und Familienleben sowie auf die Arbeit sind in der lateinischen Schweiz stärker verbreitet als in der Deutschschweiz.
  • Rund zwei Dritteln der Befragten hat die Gesellschaft von anderen Menschen während dem Lockdown gefehlt. Die grosse Mehrheit konnte aber dennoch auf emotionale Unterstützung aus dem Umfeld zählen.

Faktenblatt Wohlbefinden N°1

Politik, Grundrechte und Umweltsorgen während dem Lockdown. Faktenblatt N°2

FORS Covid-19 Erhebungen, Faktenblatt N°2

Politik, Grundrechte und Umweltsorgen während dem Lockdown

Autoren: Gian-Andrea Monsch, Franziska Ehrler und Stephanie Steinmetz

Das vorliegende Faktenblatt präsentiert die Ergebnisse des Themenbereichs Politik der FORS Covid-19 MOSAiCH Erhebung, die zwischen Ende April und Mai 2020 bei 1’937 Personen in Schweizer Privathaushalten durchgeführt wurde. In diesem Bereich evaluieren wir zum einen, wie die Bevölkerung die Einschränkungen der Grundrechte während Covid-19 erlebt hat und inwiefern sie diese legitimiert. Zum anderen widmet sich dieses Faktenblatt dem Einfluss, welcher Covid-19 auf die Umweltdebatte haben könnte.

Hauptresultate

  • Die teils drastischen Einschränkungen der Grundrechte im Frühjahr 2020 wurden von einem grossen Teil der Bevölkerung toleriert und sogar befür-wortet. Mit ein Grund für diese Akzeptanz ist die Überzeugung, dass das politische System hierzulande Lö-sungen für solche Krisen hervorzu-bringen vermag.
  • Die Bevölkerung vertraut der Politik und den wissenschaftlichen Fachleuten sowohl vor wie auch während Covid-19. Skeptischer ist sie den Nachrichten-medien und der Wirtschaft gegenüber.
  • Die Bevölkerung glaubt nicht daran, dass Covid-19 sich positiv auf die Umwelt auswirken wird. Vielmehr werden die wirtschaftlichen Schäden den Umweltschutz in den Hintergrund rücken.
  • Die Rangliste der wichtigsten Problem-bereiche für die Schweiz bleibt die Gleiche. Jedoch hat die Umwelt, nach der Gesundheitsversorgung an zweiter Stelle, an Bedeutung verloren. Die Wirtschaft hingegen hat an Wichtigkeit zugelegt.

Faktenblatt Politik N°2

Arbeitssituation im Lockdown und Erwartungen für die Zukunft. Faktenblatt N°3

FORS Covid-19 Erhebungen, Faktenblatt N°3

Arbeitssituation im Lockdown und Erwartungen für die Zukunft
Autoren: Franziska Ehrler, Gian-Andrea Monsch und Stephanie Steinmetz

Das vorliegende Faktenblatt präsentiert die Ergebnisse des Themenbereichs Arbeit der FORS Covid-19 MOSAiCH Erhebung, die zwischen Ende April und Mai 2020 in der Schweiz durchgeführt wurde. In diesem Bereich wurde erhoben, wie sich die Arbeitssituation der Haushalte während dem Lockdown verändert hat und welche Veränderungen die Befragten in der Zukunft erwarten. Zusätzlich wurde gefragt, wie es um die Zufriedenheit mit der Arbeit und der finanziellen Situation steht. Die Fragen zum Themenbereich Arbeit deckten einerseits die Arbeitssituation der befragten Person ab, fragten andererseits aber auch nach der Arbeitssituation des Partners oder der Partnerin. Von den 1’937 befragten Personen, waren 1’298 (67%) erwerbstätig, 1’006 (52%) waren in einer Partnerschaft mit einer erwerbstätigen Person.

Hauptresultate

  • Bei vier von fünf Erwerbstätigen hat der Lockdown die Arbeitssituation verändert.
  • Jeder sechste Erwerbstätigenhaushalt war von Kurzarbeit betroffen. Geschlecht und Alter hat keine Rolle gespielt, Kurz­arbeit hat alle getroffen.
  • Dennoch sind drei Viertel der Erwerbs­tätigen grundsätzlich zufrieden mit ihrer Arbeit und ebenso viele sind zufrieden mit ihrer finanziellen Situation.
  • Angestellte im öffentlichen Sektor sind zufriedener mit der Arbeit und der finan­ziellen Situation und machen sich weniger Sorgen um ihre finanzielle Situation als Personen, die von der Privatwirtschaft angestellt sind.
  • Selbständig Erwerbende sorgen sich sehr um die Auswirkungen von Covid-19 auf ihre finanzielle Situation.
  • Zwei Drittel der Befragten gehen von einer raschen Normalisierung der Erwerbs­situation aus.

Faktenblatt Arbeit N°3

Vereinbarkeit Familie und Beruf während des Lockdowns. Faktenblatt N°4

FORS Covid-19 Erhebungen, Faktenblatt N°4

Vereinbarkeit von Familie und Beruf während des Lockdowns
Autoren: Stephanie Steinmetz und Gian-Andrea Monsch

Der Lockdown hat das soziale und ökonomische Leben in der Schweiz innerhalb weniger Tage fast komplett lahm gelegt. Das Schliessen vieler Geschäfte und das Herunterfahren der Produktion von Waren, die nicht als systemrelevant eingestuft wurden, hat viele Beschäftigte sehr hart getroffen. Hinzu kommt, dass viele Beschäftigte aufgrund der Schliessung von Kitas und Schulen dazu gezwungen waren, ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren beziehungsweise komplett aufzugeben, um ihre Kinder betreuen zu können. Die Last der verminderten Erwerbstätigkeit einerseits und der verstärkten Kinderbetreuung andererseits trifft Frauen oftmals stärker als Männer, was vor allem auf lange Sicht schwerwiegende Folgen haben kann. Das vorliegende Faktenblatt präsentiert die Ergebnisse des Themenbereichs Familie und Beruf der FORS Covid-19 MOSAiCH Erhebung, die zwischen Ende April und Mai 2020 bei 1939 Personen in Schweizer Privathaushalten durchgeführt wurde. Im Rahmen der Erhebung wurden verschiedene Fragen zu Kinderbetreuung und Hausarbeit gestellt. Des Weiteren wurden Fragen zur Zufriedenheit in verschiedenen Bereichen des Familienlebens sowie Fragen zu Konflikten in der Partnerschaft erhoben.

Hauptresultate

  • Fast drei Viertel der befragten Haushalte mit Kindern hatte keine externe Betreuung.
  • Bei einem Grossteil der Befragten hat sich recht wenig hinsichtlich der Kinderbetreuung und Hausarbeit verändert. In Haushalten, in denen Veränderung zu beobachten war, gab es zwei Trends. Zum einen waren vor allem Väter tendenziell mehr in die Hausarbeit und die Kinderbetreuung involviert. Zum anderen hat der Lockdown aber auch jeder fünften Mutter Mehrarbeit gebracht.
  • Über die Hälfte der Befragten berichtet von einer Mehrbelastung durch ausserhäusliche Pflege- und Sorgeverpflichtungen während des Lockdowns. Diese werden vor allem von Frauen erfüllt.
  • Vor allem Alleinerziehende und Haushalte mit niedrigem Einkommen konnten wenig auf emotionale und praktische Unterstützung zählen.
  • Frauen reduzieren ihre Arbeitsstunden mehr als Männer während des Lockdowns.
  • Bei der Mehrzahl der Haushalte ist der Umfang von Partnerschaftskonflikten während des Lockdowns gleich geblieben. Eine Zunahme ist vor allem bei Familien und Alleinerziehenden zu verzeichnen.
  • Generell zeichnet sich eine sehr hohe Zufriedenheit mit der Partnerschaft und dem Familienleben während der Lockdown-Periode ab.

Faktenblatt Familie N°4

Weiterführende Informationen zu unseren Erhebungen

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